#1 What the Cell

Hi!

Beim Lesen dieses “Hi!” sind übrigens in deinem Körper gerade einige Millionen deiner eigenen Zellen gestorben. Also nicht wegen dem “Hi!” an sich, sondern einfach so. Weil unser Körper eben so funktioniert. Trotzdem schön, dass du hierher gefunden hast und diesen Blogeintrag liest. Du wirst für diesen Eintrag etwa 5 Minuten brauchen und in dieser Zeit werden rund 1 Milliarde deiner Zellen sterben. Also gehen wir es an…

Was hier gerade passiert ist folgendes. Ein Zellhaufen unter vielen, also ich, sitzt vor seinem Computer und koordiniert seine Zellen so, dass diese die Finger bewegen, tasten auf dem Computerkeyboard treffen und einen Text zusammenschreiben. Irgendwie formen die Zellen in meinem Oberstübchen Sätze, die sich jetzt hier Schwarz auf Weiss darstellen. Gerade in diesem Moment liest du diesen Text. Deine lichtsensitiven Zellen der Netzhaut (Retina) im hinteren Teil deiner Augen erkennen und entschlüsseln zusammen mit anderen Zellen deines Gehirns das Muster aus Licht auf dem Screen und machen Sinn daraus (ja, die Zellen in der Netzhaut gehören zum Gehirn). Würden wir direkt miteinander sprechen, würden einige Zellen meines Zellhaufens Schallwellen produzieren, welche sich auf den Weg in alle Richtungen machen, u.a. zu dir. Einige Zellen deines Zellhaufens nehmen diese Schallwellen wahr und wieder andere machen aus diesen Schallwellen einen Sinn, etwas Verständliches. Hoffe ich doch… Zellhaufen kommunizieren via Schallwellen und Licht miteinander? Klingt irgendwie nach SciFi, machen wir aber gerade…

Wenn wir mal kurz bei diese Betrachtungsweise verweilen (also dem Zellhaufen), sollten uns eigentlich bewusst werden, dass diese ganze Kommunikation (ich hämmere in die Tasten und du starrst auf den Screen) nur funktioniert, wenn die Zellen in unserem Körper richtig arbeiten. (Abgesehen davon muss natürlich auch noch dein Computer/Tablet/Handy, die Internetverbindung und einiges mehr funktionieren, klar!) Würden die für diese Aufgaben (Hämmern, Starren, Denken, Atmen, etc.) wichtigen Zellen gerade nicht Ihren Dienst tun, hätten wir ein Problem (beim Atmen mit Sicherheit). Wollen wir verstehen wie wir funktionieren oder leider auch manchmal nicht funktionieren, sollten wir unsere Zellen besser kennen lernen. Und dann natürlich wie die Zellen zusammenarbeiten in Geweben und wie die Gewebe in Organen zusammenspielen und wie sich unsere Organe im ganzen Körper zurechtfinden. Und was wir gerade machen: ein Zusammenspiel von Körpern/Zellhaufen untereinander eingebettet in einer Umwelt…

Wenn dies nicht schon genug Motivation ist um mehr über Zellen zu lernen oder diese zu erforschen, dann noch etwas: die kleinen Dinger sind einfach unglaublich faszinierend weil hübsch, vielfältig, allgegenwärtig, beschäftigt, fleissig, vollgestopft mit Biomolekülen, kommunikativ, im Wandel, kooperativ, selbstlos (gewisse kranke Zellen leider eher egoistisch! Pardon für diese Antropomorphismen, aber die bieten sich irgendwie einfach an), auf Wanderschaft, am Schwimmen oder am Rumhocken…

Hmm, also wenn man diesen Blogeintrag schnell liest, kommt man gut unter 5min Lesezeit. Das heisst, es sind weniger als 1 Milliarde Zellen gestorben. Eine gute Nachricht. Noch besser natürlich, dass selbstverständlich eine vergleichbare Anzahl an Zellen neu entstanden ist in der Zeit. Aber nur schon der Gedanke, dass in unserem Körper in jeder Sekunde, Sekunde, Sekunde, Sekunde, Sekunde, Sekunde, Sekunde, … einige Millionen Zellen sterben und einige Millionen Zellen neu geboren werden, ist doch einfach crazy. Also habt doch ein wenig Respekt vor diesem Zellhaufen (a.k.a. Körper)… Bis demnächst…

By | 2018-04-13T19:27:19+00:00 March 21st, 2018|What the Cell|0 Comments

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Der Autor ist ein Zellhaufen aus menschlichen Zellen. Diese Zellen haben in Biologie promoviert und entsprechend wäre die korrekte Anrede Dr. Zellhaufen...

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